Bingen: Das Rupertsberger Gewölbe

Rupertsberger Gewölbe – Bild Nr. 201706041540

Bingen am Rhein – Vom ehemaligen Benediktinerinnen-Kloster Rupertsberg, das im Jahr 1150 von Hildegard von Bingen (1098 – 1179) gegründet wurde, ist leider nicht mehr viel erhalten. Im Keller eines schmucklosen Geschäftshauses gibt es nur noch einen Teil der Krypta die sich einst unter dem Hauptschiff der Klosterkirche befand. Immerhin! Das sanierte Gewölbe wird heute von der Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft als Veranstaltungsraum genutzt und kann an Sonn- und Feiertagen nachmittags besichtigt werden. Hier erfahren Besucher aus nah und fern viel über das Leben und Schaffen der Klostergründerin und über die Geschichte des Klosters.

Rupertsberger Gewölbe – Bild Nr. 201706041546

Hildegard von Bingen verließ 1147 bis 1150 das Kloster Disibodenberg um in Bingen eine neue Abtei zu gründen, weil der Standort am linken Ufer der Nahe kurz vor der Mündung in den Rhein, dem damals sehr wichtigen Verkehrsweg für den Handel und den Informationsaustausch, ideal gelegen war. Hier schrieb sie auch den größten Teil ihrer wissenschaftlichen Werke, über die Natur und die Gesundheit der Menschen, deren Inhalte bis in die heutige Zeit nichts an ihrer Aktualität verloren haben.

Auf der anderen Rheinseite gründete sie in Eibingen bei Rüdesheim noch ein weiteres Kloster. Die Abtei St. Hildegard besteht bis heute, auch wenn die heutige 1902 gebaute Klosterkirche an einem anderen Platz steht.

Hildegard-Figur im Rupertsberger Gewölbe – Bild Nr. 201706041544

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Kloster Rupertsberg von den Schweden niedergebrannt. Die Ruine, die nicht wieder aufgebaut wurde, stand noch bis ins 19. Jahrhundert. Als im Jahr 1857 die Eisenbahnstrecke entlang der Nahe gebaut wurde, musste der Felsen auf dem die Klosterruine stand gesprengt werden. Dabei wurde diese dann völlig zerstört, und das Kloster Rupertsberg verschwand damit vollständig aus dem Stadtbild von Bingen am Rhein. Der Holzstich unten zeigt die Anlage, wie sie im Jahr 1620 ausgesehen hat.

Holzstich: Kloster Rupertsberg im Jahr 1620 – Bild Nr. 201706041551

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