
Der Appelbach ist neben der Selz ein weiterer längerer Fluss in Rheinhessen, er entspringt am Donnersberg bei Falkenstein und fließt auf einer Länge von 39,6 km von Nordpfälzer Bergland durch die Rheinhessische Schweiz bis zur Mündung in die Nahe bei Bretzenheim, die dann weiter bei Bingen in den Rhein mündet.
Von Wöllstein nach Neu-Bamberg führt auf einer ehemaligen Bahntrasse ein 3,5 km langer Rad- und Wanderweg entlang des Appelbachs. Eine Abschnitt davon ist als Märchenweg ausgewiesen. Hier stehen Skulpturen von 6 bekannten Märchenfiguren. Entlang der 1973 stillgelegen Trasse des „Bawettche“ ist inzwischen ein uriger Wald entstanden der dem Weg kühlenden Schatten verleiht, weshalb der auch im Hochsommer für erfrischende Spaziergänge ideal ist, zumal er auch keine nennenswerten Steigungen und Gefälle aufweist. Der Weg führt auch über drei historische ehemalige Bahnbrücken.
Der eigentliche Wanderweg beginnt bei der ersten Eisenbahnbrücke über das Tälchen. Um dorthin zu gelangen gibt es 2 Möglichkeiten beginnend bei den Sportanlagen von Wöllstein: Die Erste Möglichkeit beginnt in der Mühlenstraße und führt auf einem ruhigen Feldweg direkt neben dem Appelbach entlang. Im Tälchen geht es dann unter der ersten Eisenbahnbrücke durch nach oben auf die Brücke. Die zweite Möglichkeit beginnt in der Barsac-Allee am Schützenhaus vorbei und führt direkt auf die ehemalige Eisenbahnbrücke.
Hinter der Brücke beginnt das Gelände der ehemaligen Ölmühle führt danach kurz entlang der Kreisstraße 2 zum einem kleinen Parkplatz. Hinter dem Parkplatz für die Weg über die zweite ehemalige Eisenbahnbrücke. Hier beginnt der Märchenpfad mit sechs bekannten Figuren, beginnend mit „Pippi Langstrumpf“ und endend mit „Die kleine Hexe“.








Nach dem Ende des Märchenpfades geht der Weg noch weiter bis über die dritte ehemalige Eisenbahnbrücke in den Ort Neu-Bamberg, einem hübschen kleinen Ort mit einer Burgruine. Es lohn sich ein Abstecher, wenn man gut zu Fuß ist, den steilen Weg hinauf bis hinauf zum Burgruine.

Figuren am Märchenpfad:
Als erstes steht da Pippi Langstrumpf aus einer Erzählung von Astrid Lindgren.
Gestaltet von Stefanie Neumann 2011, gestiftet von ehemaligen Mitgliedern der Wöllsteiner Theatergruppe, den Leitungsteam der Pfadfinder und einigen Freunden des „Stärksten Mädchens der Welt“.

Die Handlung:
Sie standen stumm da und schauten in den Winterabend hinaus. Die Sterne leuchteten über dem Dach der Villa Kunterbunt. Dort war Pippi. Sie würde immer da sein. Es war wunderbar daran zu denken. Die Jahre würden vergehen, aber Pippi und Thomas und Annika würden nicht groß werden. Natürlich nur, wenn die Kraft aus den Krummeluspillen nicht herausgegangen war! Es würde wieder Frühling werden, und ein neuer Sommer, Herbst und Winter würde kommen: aber sie würden niemals aufhören zu spielen.“
Hier steht sie vor uns! Das Mädchen aus Astrid Lindgrens Hauptwerk, das gemeinsam mit ihren Freunden Thomas und Annika zahlreiche Abenteuer erlebt Spannende Geschichten, die sich alle um das sommersprossige Mädchen mit den lustigen Kleidern drehen, das ganz alleine mit seinem Pferd ,Kleiner Onkel“ und dem Affen „Herr Nilsson in der Villa Kunterbunt lebt. Lindgrens Erzählung, die sie sich 1941 für ihre damals siebenjährige Tochter ausgedacht hat, als diese mit einer Lungenentzündung im Bett lag, wurde 1945 erstmals in Stockholm verlegt. Im Laute der Zeit wurde Pippi Langstrumpf zum Sinnbild für die glückliche Kindheit, Unzählige Einrichtungen für Kinder tragen den Namen „Villa Kunterbunt“.
Möge ,unsere Pippi“ hier im Tälchen alle Betrachter auffordern, sich für Kinder stark zu machen und ihnen Lebensräume und Entfaltungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Kinder, die Pippi hier anschauen, mögen sich über ihre Kräfte und den Iustigen Herrn Nilsson freuen und ermutigt werden, an ihre eigene Kraft zu glauben!
Als nächstes kommt Mogli aus Rudyard Kiplings Roman „Das Dschungelbuch“
Gestaltet von Stefanie Neumann 2009, gestiftet von den Pfadfindern der Katholischen Pfarrgruppe Rheinhessische Schweiz.

Die Handlung:
Mogli ist die Hauptfigur in Rudyard Kiplings Roman „Das Dschungelbuch“ dessen bekannteste Erzählung von dem Findelkind berichtet, das ohne Kontakt zu Menschen bei den Tieren des indischen Dschungels aufwächst.
Der Panther Baghira findet das hilflose Menschenjunge in einem gestrandeten Korb und bringt es bei einer Wolfsfamilie unter, wo Mogli von den Wölfen groß gezogen wird und lernen muss, die Gesetze des Dschungels und all seiner Bewohner zu achten, um überleben zu können.
Nach zehn glücklichen Jahren im Dschungel gerät Mogli in ernsthafte Gefahr, weil der Tiger Shir Khan zurück gekehrt ist und Jagd auf das Menschenkind machen will. Daher beschliessen Moglis Freunde Baghira und der Bär Balu schweren Herzens, ihr Findelkind zurück zur sicheren Menschensiedlung zu bringen. Auf dem langen Weg durch den Dschungel erleben sie etliche Abenteuer und machen Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Tieren, wie der Riesenschlange Kaa, einer Elefantenkompanie, einer Affenbande und einem Geierquartett. Wobei alle Tiere dem kleinen Mogli etwas von ihrem Lebensgefühl mit auf den Weg geben. Seine tierischen Freunde insbesondere sein Freund Balu, der Bär, werden ihm zu treuen Begleitern. die Mogli helfen, Gefahren zu erkennen, aus Fehlern zu lernen und am Ende den Weg zurück zu den Menschen zu finden, weil er nur dort seine volle Bestimmung, Mensch zu sein erfüllen kann.
Die Pfadfinder der Katholischen Pfarrgruppe Rheinhessische Schweiz haben diese Figur durch zahlreiche Aktionen im Jahre 2009 finanziert. Die Entscheidung fiel deshalb auf Mogli, weil der Grunder der Pfadfinderbewegung Baden-Powell das Dschungelbuch wählte, um den Kindern die Grundprinzipien des Lernens durch Erfahrungen in der Gemeinschaft der Pfadfinder zu verdeutlichen: Wie Mogli sollen die jungen Pfadfinder, die bis heut , Wöllinge genannt werden, in ihren Gruppenstunden und Aktionen in der Natur die Gesetze des Lebens kennen lernen und zu selbständigen, entscheidungsfähigen Menschen heranwachsen, damit sie ihre eigene Bestimmung finden können.
Als nächstes kommt das Märchen der Gebrüder Grimm „Rumpelstilzchen“
Gestaltet von Stefanie Neumann 2008, gestiftet von der Theatergruppe Wöllstein.

Die Handlung:
Das Märchen der Gebrüder Grimm erzählt die Geschichte einer schönen Müllerstochter, deren Vater behauptet, sie könne Stroh zu Gold spinnen, um sie mit dieser List an den König zu verheiraten. Um sie zu prüfen, sperrt der König sie in eine Kammer voll Stroh und droht ihr, wenn sic es nicht bis zum Morgengrauen zu Gold spinnen könne, so müsse sie sterben. Die Müllerstochter ist verzweifelt, da erscheint ein hutzeliges Männlein und bietet ihr gegen ihr Halsband seine Dienste an. Am Morgen ist die Kammer voller Gold, doch der König hat noch nicht genug. In der zweiten Nacht verlangt der Zwerg den Ring des Mädchens und hilft ihr nochmals. Der König will das Mädchen nun heiraten, falls sie noch eine dritte Kammer zu Gold spinnen kann. In dieser Nacht jedoch besitzt sie nichts Wertvolles mehr, und so verlangt das Männlein für seine Hilfe ihr erstes Kind. In ihrer Verzweiflung sieht sie keinen anderen Ausweg und gibt ihr Versprechen.
Ein Jahr später wird ein kleiner Königssohn geboren, und das Männlein erscheint und fordert den versprochenen Lohn. Die Königin weint bitterlich und bietet all ihre Reichtümer, wenn sie nur ihr Kind behalten darf. Durch ihre Tränen erweicht, stellt der Zwerg ihr schließlich ein Rätsel: Kann sie binnen dreier Tage seinen Namen erraten, so darf sie ihr Kind behalten.
Am ersten Tag nennt die Königin alle Namen, die sie kennt doch ohne Erfolg. Am zweiten Tag versucht sie es erfolglos mit allen Namen, die sie von ihren Untertanen erfragen konnte. Am dritten Tag sendet sie all ihre Boten aus bis zu den Grenzen ihres Reiches, und endlich berichtet ihr ein Bote, er habe in einem entfernten Wald ein Männlein um ein Feuer tanzen sehen das sang:
„Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind! Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“
Als die Königin diesen Namen nennt, schreit der Zwerg: „Das hat dir der Teufel gesagt!“, und stampft voller Wut so fest auf den Boden, dass er in zwei Stücke zerspringt. Die Königin aber lebt mit ihrem Kind glücklich und zufrieden bis heute.
„Urmel aus dem Eis„
nach einer Geschichte von Max Kruse. Gestaltet von Stefanie Neumann 2008, gestiftet von der Theatergruppe Wöllstein.

Die Handlung:
Die Geschichte von Max Kruse berichtet über die Abenteuer des Naturkundeprofessors Habakuk Tibatong und seiner bunten Mitbewohnerschar auf der kleinen Insel Titiwu. Der Professor hat eine Methode entwickelt, wie man Tieren das Sprechen beibringen kann und unterrichtet regelmäßig alle Tiere der Insel.
Dabei entwickelt jedes seinen eigenen lustigen Sprachfehler: Der Waran Wawa zum Beispiel hat Probleme mit dem „z“ und sagt stattdessen immer „sch“ Er lebt in einer Muschel. die am Strand von Titiwu liegt. Ping Pinguin ist neidisch auf Wawas Muschel und möchte gerne auch eine haben. Er versucht mehrmals, Wawas Muschel zu besetzen. Sein Sprachproblem ist das ,,sch, stattdessen sagt er immer „pf“ so dass aus der Muschel eine Mupfel wird. Schusch, der Schuhschnabel, vertauscht „ä“ mit „i“ und träumt vom „flägen“. Seele-Fant, der Seeelefant, liegt gerne auf den Felsen vor Titiwu und singt traurige Lieder. Wegen seines Sprachfehlers, statt „i“ und „e“ ein „ö“ zu singen, klingt sein Liedgut natürlich etwas anders: „Öch weiß nöcht, was soll ös bedeuten…“ Wutz, das Hausschwein und zugleich die Haushälterin des Professors, ist das einzige der Tiere, das keinen Sprachfehler hat. Nur ab und zu setzt sie ein öfföff an das Ende eines Satzes.
Eines Tages wird ein Eisberg mit einem großen eingefrorenen Ei angeschwemnt, aus dem nach einigen Wochen des Brütens ein Urmel schlüpft, was nach Professor Tibatongs Theorie das evolutionsbiologische Bindeglied zwischen Dinosauriern und Säugetieren darstellt. Wutz wird zur Pflegemama ernannt, so dass das Findelkind im Kreise seiner neuen Familie aufgezogen wird und ebenfalls das Sprechen erlernt.
Im Laufe seiner Kindheit muss das Urmel viele spannende Abenteuer bestehen. Richtig gefährlich wird es, als der gelangweilte König Pumponell von Pumpolonien mit seinen Großwildjägern auf die Insel kommt, das Urmel entdeckt und es jagen will. Und auch eine tiefe Höhle mit verzweigten Gängen wird dem kleinen Urmel beinahe zum Verhängnis. Doch glücklicherweise sind seine Freunde stets zur Stelle, wenn es brenzlig wird.
„Der kleine Muck“
Gestaltet von Stefanie Neumann 2008, gestiftet von der Theatergruppe Wöllstein.

Die Handlung:
Der kleine Muck in der Geschichte von Wilhelm Hauff wird nach dem Tode seines Vaters von den Verwandten fort gejagt, da er wegen seines zwergenhaften Wuchses kein Handwerk gelernt hat und für keine Arbeit geeignet scheint.
In einer fremden Stadt findet er eine Anstellung bei einer sonderbaren Frau, deren Tiere er zu versorgen hat. Bald muss er aus dem Dienst fliehen, hält sich aber für vorenthaltenen Lohn und ungerechte Bestrafungen schadlos, indem er zwei Gegenstände aus dem Haus entwendet, die sich bald als magisch erweisen: Ein Paar Pantoffeln, mit denen er schneller als jeder andere Mensch laufen und zu jedem beliebigen Ort fliegen kann, und einen Spazierstock, der vergrabene Schätze offenbart.
In einer neuen Stadt erlangt er dank seiner Pantoffeln die Gunst des Königs und eine Stellung als königlicher Kurier, aber auch den Neid der übrigen Bediensteten des Königs. Als der kleine Muck einen vergessenen Schatz im Schlossgarten entdeckt und sich mit dem Verteilen von Gold Freunde machen will, wird er des Diebstahls bezichtigt, fällt beim König in Ungnade und wird ins Gefängnis geworfen. Sein Leben und seine Freiheit werden ihm erst geschenkt, als er dem König die Macht seiner Zaubergegenstände verrät. Daraufhin wird er aber ohne diese aus der Stadt verstoßen.
Durch Zufall entdeckt der kleine Muck zwei magische Feigenbäume, mit deren Früchten er einen Racheplan ersinnt: Durch den Genuss der einen Feigensorte wachsen einem riesige Eselsohren, durch den Verzehr der anderen Sorte verschwinden sie wieder. Als Händler verkleidet, schmuggelt der kleine Muck die erste Sorte der Feigen auf die Tafel des Königs. Verkleidet als Gelehrter bietet er bald darauf dem missgestalteten König die Zweite Sorte als Heilmittel an.
Nachdem er den Zauber an sich selbst vorgeführt hat, führt ihn der König in die Schatzkammer, um seine Belohnung auszuwählen. Kaum darin angekommen, ergreift der kleine Muck seine Zaubergegenstände, gibt sich zu erkennen und entflieht mit Hilfe der Pantoffeln zurück in die Heimat. Den treulosen König aber lässt er zur Strafe mit Eselsohren zurück.
Am Ende des Märchenwegs: „Die kleine Hexe“, nach einem Buch von Otfried Preußler:

Die Handlung:
- Eine erst 127 Jahre alte Hexe möchte unbedingt beim großen Hexentanz in der Walpurgisnacht mitmachen.
- Weil sie dafür eigentlich noch zu jung ist, schleicht sie sich unerlaubt ein und wird erwischt.
- Zur Strafe muss sie innerhalb eines Jahres alle Zaubersprüche auswendig lernen und beweisen, dass sie eine „gute“ Hexe ist.
- Unterstützt wird sie dabei von ihrem treuen, sprechenden Raben Abraxas.
♿️ Ein paar Anmerkungen zur Barrierefreiheit des Weges:

Da ich selbst auf die Benutzung meines Rollstuhls angewiesen bin, möchte ich hierzu folgendes anmerken. Ich bin den Weg in meinem Aktivrollstuhl mit elektrischem Zuggerät gefahren. Das war leicht und entspannt machbar mit folgenden Einschränkungen:
- Das kurze Verbindungsstück im Tälchen hinauf auf die Brücke ist nur für Fußgänger passierbar, da zu schmal und zu steil. Daher ist für Rollstuhlfahrende nur der Zugang über die Barsac-Allee möglich. Es bestehen Parkmöglichkeiten an den Sportanlagen ober beim Schützenhaus.
- Innerhalb Neu-Bambergs braucht es eine sehr starke Motorisierung um hoch zur Burgruine zu gelangen. mit meinem 500 Watt Zuggerät kam leider ich nicht bis oben hin.
Ansonsten ist der Weg aber recht eben und der Untergrund fest. Eine elektrische Unterstützung ist wie immer draußen in der freien Natur schon fast zwingend, denn manuell aus eigener Kraft wird es anstrengend. Deswegen stufe ich den Märchenpfad als bedingt barrierearm ein. Mit Handbike, Zuggerät oder Elektrorollstuhl ist er auf jeden Fall ohne Probleme empfehlenswert.
Der Märchenpfad wurde von dir perfekt eingefangen. Einfach märchenhaft :)))