Nackenheim/Rheinhessen – Möchte man die Schönheit Rheinhessens erleben, empfiehlt es sich u.a. nach Nackenheim, den Heimatort des Schriftstellers Carl Zuckmayer, zu kommen. Auf dem Höhenzug entlang des Rheines in südliche Richtung kann man wunderbare Ausblicke auf das Rheintal, den Odenwald und das Rhein-Main-Gebiet, aber auch ins Rheinhessische Hügelland, Richtung Lörzweiler und Zornheim genießen. Jetzt im Frühjahr öffnen sich die ersten Apfelblüten, auf den Rebflächen blüht der Löwenzahn und die Pfarrkirche St. Gereon ist immer wieder einen schöner Blickfang.
Zwar kann man, wenn man gut zu Fuß ist, natürlich den gesamten Rheinterassenweg von Mainz bis nach Worms erwandern, allerdings ist der 60 km lang, also eher etwas für zwei Tagesetappen. Der Buttenmännjeweg (Büttenmännje = Büttenmänchen oder Büttenträger) ist ein kleiner aber feiner Rundweg, der in der Ortsmitte von Nackenheim anfängt und endet. Der asphaltierte Weg führt über die Weinberge der Nackenheimer Gemarkung, bietet zahlreiche Aussichtspunkte und genug Bänke, damit auch weniger fitte Spaziergänger diesen Rundweg genießen können.
Das nächste Bild zeigt den Ausblick auf den Rhein: Im Vordergrund verläuft die Bundesstraße 9 und die Bahnstrecke von Mainz nach Worms. Links im Bild ist die Südspitze der Rheininsel Kisselwörth zu sehen. Rechts oben am Rheinufer liegt die Stadt Nierstein, und hinter den Pappeln am gegenüberliegenden Rheinufer erstreckt sich das Hessische Ried.
Noch sind es nur kleine Knospen, die an den Weinreben zu sehen sind, aber in wenigen Wochen werden die Weinberge grün sein, und dann können wir den Trauben wieder beim wachsen zusehen.
Ein Besonderheit ist hier am Wanderweg zu besichtigen: Die Mistkaut. Ich zitiere die dort angebrachte Informationstafel:
Die Mistkaut hat ihren Namen von einer Felsnische (Kaut) im Rotliegenden. Sie entstand durch den Abbau von Felskies (Kummer) zu Düngezwecken. Seit Generationen wusste man, dass wenn im Weinberg das Wachstum nachlässt, bewirkt das Einbringen von Kummer (auf Grund seines hohen Kaligehaltes) einen überraschenden Wachstumsschub. So „biggelde“ (vom Hauptwort Pike) man über Winter „Kummer“ und „überfuhr“ bzw. übertrug damit die Weinberge.
Hatte die Kaut eine gewisse Größe erreicht, wurde sie vom Weingut als Zwischenlager des im Gehöft anfallenden Mistes genutzt. 1965 bestanden noch drei solcher Anlagen. Dieses Bauwerk hier ließ die staatliche Weinbaudomäne um 1930 in einer aufgelassenen Mistkaut errichten. Es ist ein abgeschlossener Hof, in dem der Jahresbedarf der wichtigsten Bedarfsgüter gelagert wurde.
Zum Schluss noch einmal ein Blick auf Nackenheim mit seiner hübschen katholischen Pfarrkirche St. Gereon. Rechts am Horizont ist übrigens der Große Feldberg im Taunus zu erkennen.
Das wäre ein Rundgang für mich, zumal es auch Bänkle hat. Wunderschön ist es bei euch.
Ohne „Bänkelscher“, wie man bei uns sagt, ginge bei mir ohnehin nichts. Und da ich nicht der einzige bin, dem es so geht, weise ich auch gerne darauf hin. Ja, wir haben den Weg richtig genossen.
LG, Georg
Ach schön lieber Georg, dass ich jetzt mit Euch durch die tolle Gegend wandern durfte.
Wunderschöne Fotos sind das und eine tolle Gegend. Und das Wetter passt ja zur Zeit auch super.
Und von so einer Mistkaut hatte ich auch noch nie gehört.
Lieben Gruß,
Thea
Hallo Thea,
schön, dass wir den Spaziergang mit Dir teilen konnten. Die Mistkaut haben wir auch erst am Sonntag entdeckt, da wie diesen Weg erstmalig gegangen sind. Es gibt doch immer wieder etwas zu entdecken.
LG, Georg
es sind immer wieder wunderbare arbeiten die du zeigst!! lieber georg, dir ein erholsames weekend, danke für deine treue!! bis bald glg manfred
Danke Manfred!
Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende.
LG, Georg