Hallig Langeneß (1)

Hallig Langeneß – 10 Kilometer ist sie lang, die größte Hallig in der Nordsee. Hier leben ca. 100 Menschen, die „Halliglüüt“, auf 16 der 21 Warften. (Landkarte) Hallig, Warften? – Das muss ich erst einmal erklären. Wenn man denkt eine Hallig sei eine kleine Insel, dann irrt man sich. Eine Hallig ist eben keine sichere Insel, die hoch genug ist, seine Bewohner vor Sturmfluten zu schützen, sie ist ein Stück Meeresboden der bei einer normalen Flut in etwa nur einen Meter aus dem Wasser ragt und mehrmals im Jahr überflutet wird.

Das klingt zunächst einmal lebensfeindlich, aber die Leute hier wussten sich zu helfen und haben in mühsamer Arbeit Hügel aufgeschüttet, auf denen sie ihre Häuser bauten. Die Warften wie man diese Hügel nennt sind heute um die 8 Meter hoch und schützen die Bewohner und ihre Häuser vor Sturmfluten, während der Rest der Hallig dann mal für ein paar Stunden unter Wasser steht.

Die Mayenswarf auf Langeneß – Bild Nr. 201204223527

Im Bild ist die Mayenswarf zu sehen und davor auf den Salzwiesen lassen es sich die Galloway-Rinder gut schmecken. Das Vier-Sterne-Hotel „Anker’s Hörn“ auf der Mayenswarf war unser Domizil während der Tage auf der Hallig, ein schmuckes kleines Hotel gehobenen Standards mit einer ausgezeichneten Küche, in das wir bei einem möglichen weiteren Kurzurlaub auf der Hallig gerne wieder einkehren werden.

Zufahrt zur Mayenswarf – Bild Nr. 201204194492

Früher gab es hier noch keine Straßen, sondern die Priele bildeten die Wasserwege auf denen man per Boot unterwegs war. Heute gibt es hier zwei Kreisstraßen, und Anschlusswege zu den Warften, die auch mit dem Auto befahrbar sind. Die alten Priele und Kanäle sind natürlich auch noch da und verlaufen parallel zu den Straßen, dienen aber nicht mehr als Verkehrswege. Richtig stimmungsvoll wird es auf der Hallig am Morgen und am Abend:

Morgenstimmung auf Langeneß – Bild Nr. 201204223479
Abendstimmung auf Langeneß – Bild Nr. 201204194500

  1. Hallo Georg,
    Danke für Deine Erklärung. So ungefähr wusste ich was eine Hallig ist aber eine Warft, das habe ich heute gelernt.
    Allerdings wundert es mich, dass auf dem versalzten Boden überhaupt etwas wächst, aber die Natur hat wohl für alle Lagen eine Lösung.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Rolf

    1. Hallo Rolf, vor der Reise hatte ich mich ja schon etwas mit den Halligen beschäftigt, aber am Ende stelle ich immer wieder fest, dass Reisen bildet. Es war auf jeden Fall spannend mal in das Halligleben hinein zu schnuppern. Da wir dort noch nicht alles gesehen haben, werden wir im nächsten Jahr noch einmal dorthin fahren.

      LG und einen schönen Sonntag,
      Georg

  2. Hallo Georg,
    da bist Du also, „zurück von der Insel“!
    Da hat es Dir also offensichtlich gut gefallen auf der Hallig.
    Habe Deine Beschreibungen mit Interesse gelesen, das wußte ich größtenteils nicht was Du da schreibst.
    Ist denn diese Hallig keine Insel? Es sieht bei google maps so aus, als sei eine Verbindung zum Festland vorhanden?
    Bist Du mit dem Auto dort gewesen?
    Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
    Bin gespannt auf weitere Beschreibungen von Dir.
    LG und ein schönes Wochenende
    Agnes

    1. Hallo Agnes, ja, es hat uns gut gefallen dort. Leider waren es nur 4 Tage dort und 2 Tage in Husum. Im Moment hätte ich bei der vielen Arbeit auch keine Zeit für mehr gehabt.
      Wie Du bereits auf Google Maps gesehen hast, gibt es eine Festlandsverbindung. Dabei handelt es sich um einen künstlichen Damm, der gebaut wurde, um die Wasserströmung zu regulieren, damit das Meer nicht noch mehr von Halligen wegspült. Auf dem Damm liegen Schienen, über die bei Ebbe kleine Loren (ähnlich einer Feldbahn) zum Lastentransport fahren können. Auf die Hallig gelangt man allerdings nur mit der Fähre und kann auch das Auto mitnehmen, was man dort aber nicht unbedingt braucht, wenn man gut zu Fuß ist oder sich dort ein Fahrrad mietet. Wir hatten unser Auto an Land gelassen. Beim Fähranleger in Schlüttsiel gibt es dafür einen entsprechenden Parkplatz.

      Soviel Info für’s Erste.
      Ich wünsche Dir noch einen schönen Restsonntag.
      LG, Georg

  3. Das ist ein sehr interessanter Bericht und ich habe wieder etwas dazu gelernt.
    Die Menschen, die dort leben, haben wohl sehr viel Vertrauen in die Natur – oder Gottvertrauen?
    Mir wäre nicht so wohl bei dem Gedanken, dass mir öfter mal das Wasser bis fast zum Halse steht.
    Sehr idyllisch scheint es mir dort zu sein und die Morgen- und Abendstimmung gefällt mir ausgesprochen gut.
    Einige Tage dort zu verbringen ist bestimmt sehr erholsam 🙂

    LG Edith

    1. Hallo Edith, so gefährlich wie es sich anhört ist das Leben auf der Hallig heute nicht mehr. Inzwischen hat man dort aus Erfahrung gelernt, wie man sich gegen das Hochwasser und die bisher erlebten Sturmfluten schützen kann. Dass alles auch mal viel schlimmer kommen kann, ist wohl nirgendwo auszuschließen. Mit einem gewissen Risiko lebt man auch an Rhein oder Elbe, teilweise sogar auch in der Nähe kleinerer Flüsse. Aus den schweren Sturmfluten 1962 und 1976 hat man an der Küste viel gelernt und ist heute gut darauf vorbereitet. Erholsam ist es dort auf jeden Fall: Statt Verkehrslärm gibt es beruhigendes Gänsegeschnatter. 😉

      Dir auch einen schönen Restsonntag!
      LG, Georg

    1. Danke Klaus!
      Eine Sturmflut kommt nicht ohne Vorankündigung. Meistens kündigt sie sich bereits dadurch an, dass bei der Ebbe vorher das Wasser nicht oder nur wenig zurückgeht. Dann bleibt immer noch genug Zeit, die Tiere auf die Warft zu holen und in den Stall zu bringen.
      LG, Georg