Amrum: Kiefernwald, Heide und Dünen

Leuchtturm Amrum in den Dünen – Bild Nr. 201909240290

An der Nordfriesischen Küste in Schleswig-Holstein südlich von Sylt liegt die Insel Amrum. Sie ist im Gegensatz zu ihren direkten Nachbarn, Sylt und Föhr, eine eher beschauliche aber keineswegs verschlafene Insel. Nun waren meine Frau und ich das erste Mal hier. Wir hatten uns eine hübsche Ferienwohnung im Süddorf gemietet und konnten von hier aus sehr gut die Umgebung erkunden. Und es gab eine Menge zu entdecken. Doch zunächst erstmal ein paar Fakten über Amrum:

Amrum ist mit 20,46 km² (ohne den Kniepsand) die zehntgrößte Insel Deutschlands. Unmittelbar an den Dünen vorgelagert befindet sich der 10 km² große Kniepsand, ein atemberaubend ausgedehnter Sandstrand. Auf einer Fläche von 9 km² breiten sich im Westen die unter Naturschutz stehenden Dünen aus. Sie sind teilweise mit Gras, zum Wald hin mit Heide bedeckt. Dazu gibt es ausgedehnte Kierfernwälder, die einen manchmal fasst vergessen lassen, dass man sich auf einer Nordseeinsel befindet. Auf der Ostseite zum Wattenmeer hin ist Marschland, welches landwirtschaftlich genutzt wird. Amrum hat ca. 2.350 Einwohner die in den 5 Dörfern Nebel, Norddorf, Süddorf, Steenodde und Wittdün leben. Die Haupteinnahmequelle der Amrumer ist der Fremdenverkehr, so übersteigt die Zahl der Gästebetten die Einwohnerzahl um ein mehrfaches.

Strandkörbe – Bild Nr. 201909240296
Dünen, Naturschutzgebiet – Bild Nr. 201909240301
Von Strand durch die Dünen in den Wald – Bild Nr. 201909240291

Wie schon erwähnt, ist der Strand von Amrum riesig. Es gibt mehrere befestigte Übergänge über die unter Naturschutz stehenden Dünen. Hier geht es wegen des großen Platzangebotes auch während der Hauptferienzeit immer entspannt zu. Jeder findet hier seinen Platz. Auch wer außerhalb der Hauptsaison hierher kommt, oder kein Interesse an Strandurlaub hat, findet hier seine Erholung. Zum Wandern und Radfahren gibt es hier viele Möglichkeiten, und natürlich kann man hier auch die Natur genießen, z.B. die zahlreichen Seevögel beobachten, wie Möwen oder Ringel- und Nonnengänse, Eiderenten, Austernfischer u.v.m.

Dünengras – Bild Nr. 201909240304
Heidelandschaft hinter den Dünen – Bild Nr. 201909240310
Waldweg – Bild Nr. 201909270419
Bohlenweg durch den Wald – Bild Nr. 201909240318
Weg zur Aussichtsdüne – Bild Nr. 201909240320

Wer gut zu Fuß ist, kann über diesen Bohlenweg hinauf zur Aussichtsdüne gehen und ein tolle Rundumsicht über weite Teile der Insel genießen, die sich aber durch einen Aufstieg auf den 1875 erbauten 41,8 Meter hohen Leuchtturm noch toppen läßt. 172 Stufen führen hinauf zum Aussichtsbalkon des Wahrzeichens der Insel. Der Turm war übrigens der erste Leuchtfeuerbau in Nordfriesland.

Der Leuchtturm von Amrum – Bild Nr. 201909270411

Schöne Ausssichten lassen sich übrigens auch bei Touren über die Insel genießen wobei es am Horizont die Nachbarinsel Föhr oder die Hallig Langeness zu entdecken gibt. Hier wird übrigens auch der Unterschied zwischen einer Insel und einer Hallig (die definitiv keine Insel ist) deutlich: Während man von Föhr ganz klar einen Küstenstreifen erkennt, sieht man bei der Hallig nur die Warften mit den darauf stehenden Häusern.

Aussicht über das Marschland auf’s Wattenmeer Richtung Insel Föhr – Bild Nr. 201909270396
Aussicht über das Marschland auf’s Wattenmeer Richtung Hallig Langeness – Bild Nr. 201909270391
Marschland – Bild Nr. 201909270378

Die typischen Wohnhäuser auf Amrum sind die reetgedeckten Friesenhäuser, von denen die ältesten bereits aus dem 17. Jahrhundert stammen. Aber es gibt auch Neubauten die im Originalstil erbaut sind. Besonders viele dieser typischen Friesenhäuser findet man in Nebel, in Süddorf und in Steenodde.

Friesenhaus in Steenodde – Bild Nr. 201909270359
Häuser in Steenodde – Bild Nr. 201909270360
Friesenhaus in Nebel – Nild Nr. 201909270374

Als wichtige Baudenkmäler seien noch die St.Clemens-Kirche, die Windmühle in Nebel mit dem Mühlenmuseum und das Öömrang Hüs, allesamt in Nebel, zu erwähnen. Hier lohnen sich Besichtigungen.

Die St.Clemens-Kirche ist die älteste Kirche Amrums sie wurde im Jahr 1240 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war sie die einzige Kirche der Insel. Eine weitere Kirche wurde erst im Jahr 1903 in Wittdün errichtet. Besondere Beachtung verdienen u.a. die frühgotische geschnitzte Apostelgruppe, der Taufstein aus romanischer Zeit sowie der 3-teilige Altaraufsatz von 1634.

St.Clemens-Kirche in Nebel – Bild Nr. 201909270372
Der Altarraum von St.Clemens – Bild Nr. 201909250325
Frühgotische Apostelgruppe in St.Clemens – Bild Nr. 201909250327

Die 1770/71 erbaute Windmühle von Nebel gilt als die älteste Mühle Schleswig-Holsteins. Sie steht auf der höchsten natürlichen Erhebung Amrums. Die Windmühle deren Technik noch vorhanden ist, steht seit 1967 unter Denkmalschutz und dient heute als Museum.

Die Windmühle von Nebel – Bild Nr. 201909270395
Im Mühlenmuseum in Nebel – Bild Nr. 201909280429

Das Öömrang Hüs (Amrum Haus) ist ein unter Denkmal stehendes Kapitänshaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Als Museum ermöglicht es einen Einblick in das Leben der Amrumer in dieser Zeit.

Das Öömrang Hüs in Nebel – Bild Nr. 201909280433

4 Kommentare

    1. Hallo Rosi,

      schön das Dir die Bilder so gut gefallen. Im Prinzip bin ich gut zurecht gekommen. Beim Strand ist es natürlich schwierig. Allerdings bin ich auf einem Holzbohlenweg fast bis vorne ans Wasser gekommen. Wäre Badewetter gewesen, hätte mir meine Frau geholfen ans Wasser zu kommen. Ein paar Schritte sind immer noch drin.

      LG, Georg

  1. Hallo Georg,

    das sieht ja wirklich entzückend aus mit den Häusern. Die Insel scheint wirklich toll zu sein. Ich war auf Langeoog und da war es auch ganz wunderbar. Wobei Borkum für uns Menschen mit Handicap noch mehr zu empfehlen ist, da man tatsächlich bis zum Wasser von der Promenade aus kommt.
    Ich denke jede Insel hat ein Für und ein Wieder…. Einen schönen Sonntag wünscht,
    Deine Christine!

    1. Hallo Christine,
      Amrum ist eine Reise wert, und die Ferienwohnung, in der wir waren, ist geradezu ideal für Leute im Rollstuhl.

      Danke für den Tipp Borkum, die Insel sollte ich für die Zukunft auch mal in Erwägung ziehen.

      Alles Gute und liebe Grüße, Georg

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