Worms: Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand" - Bild Nr. 201004231511

Der Jüdische Friedhof in Worms ist der älteste seiner Art in Europa. Ein genaues Datum seiner Gründung ist nicht überliefert, aber es wird davon ausgegangen, dass der Friedhof zeitgleich mit der ersten Wormser Synagoge im Jahr 1034 seiner Bestimmung übergeben wurde. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1076. Nicht nur wegen seines hohen Alters ist der Friedhof so bedeutend, es sind auch einige bedeutende jüdische Gelehrte hier begraben. Weiterlesen »

Luther-Denkmal, Worms - Bild Nr. 201107120318

Das von Ernst Rietschel geschaffene Denkmal zu Ehren des Reformators Dr. Martin Luther (1483 – 1546) in Worms wurde im Jahr 1868 fertig gestellt. Es zeigt den Reformator umgeben von Vorreformatoren, Fürsten und Gelehrten sowie Personifikationen von Städten der Reformation. Das Wormser Lutherdenkmal ist das weltweit größte Reformation-Denkmal. Im Jahr 2008 wurde es gründlich renoviert und gehört nach wie vor zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Worms hat eine besondere Beziehung zur Reformation, weil sich Martin Luther hier am 17. April 1521 vor dem Reichstag für seine Lehren verantworten musste. Luther, der seinem Gewissen folgend, Fehlentwicklungen in der Kirche anprangerte und die von ihm verfassten 95 Thesen im 31. Oktober 1517 an das Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg schlug, löste damit die Reformation aus. Während diese im Volk zum Teil viel Unterstützung fand, lehnte die Kirche und die Mehrzahl der damaligen Machthaber Luthers Reformbestrebungen als Ketzerei ab. Luther widerrief seine Thesen in Worms, trotz massiven Drucks, aber nicht. Von der Verhandlung ist sein bekannter Satz “Hier stehe ich nun, ich kann nicht anders, Gott helfe mir!” überliefert. Wegen des Festhaltens an seinen Thesen wurde er von Kaiser Karl V. exkommuniziert und für vogelfrei erklärt.

Luther-Denkmal, Worms - Bild Nr. 201107120340

Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise unterstütze Luther aber und ließ ihn heimlich zu seinem Schutz auf der Wartburg bei Eisenach unterbringen, wo er die Bibel ins Deutsche übersetzte, damit die Menschen das Wort Gottes selber lesen und verstehen konnten. Auch dies war eine wichtige Forderung Luthers. Ganz nebenbei leistete seine Übersetzung ins damalige Osthochdeutsche einen wichtigen Beitrag zur Bildung einer einheitlichen deutschen Hochsprache.

Leider führte die Reformation, wie es Luthers Ziel war, nicht zur Neuorientierung der Kirche, sondern zu ihrer Spaltung. Zu fundamental waren in wichtigen Details die Unterschiede zwischen Luthers bibelorientiertem Verständnis der Christlichen Lehre und den Dogmen der katholischen Kirche. Die Entstehung der Evangelischen Kirche war so die unausweichliche Folge.


Links: Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen – Bild Nr. 201107120326
Rechts: Philipp der Großmütige, Landgraf von Hessen – Bild Nr. 201107120328

Linkempfehlung:
Alles Wissenwerte zum Lutherdenkmal auf der Homepage der Stadt Worms

Das Westportal der Liebfrauenkirche - Bild Nr. 201106221558

Als ich gestern Abend zufällig durch Worms im Süden Rheinhessens fuhr und sich die Regenwolken des Tages fast verzogen hatten, sah ich, dass die Stadt in einem wunderbaren Licht da stand, welches mich einfach zum Fotografieren einlud, um ein wenig von dieser Stimmung einfangen zu können. Ich bog zunächst von der B9 ab und fuhr ein Stück Richtung Stadtmitte. Und weil ich immer schon mal ein Foto von der Liebfrauenkirche machen wollte, beschloss ich also, zu erkunden, wie ich diese am besten auf’s Bild bekomme. Der Anblick bei diesem wunderbaren Licht hat mich dann einfach überwältigt, und auch den Stadthäusern am Rande der Rebflächen rund um die Liebfrauenkirche konnte ich nicht widerstehen. Danach bin ich dann zum Stadtteil Rheindürkheim weitergefahren und habe noch ein paar Bilder am Rhein gemacht. Da ich meine Olympus XZ-1 dabei hatte, konnte ich damit die Stimmung gut einfangen. Gerne hätte ich noch mehr Bilder gemacht, aber das Zeitfenster einer solchen Abendstimmung ist zu klein für Rundgang durch eine Stadt mit 2000-jähriger Geschichte.

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Liebfrauenkirche Worms, Westportal - Bild Nr. 201106221559

Die ab 1276 erbaute Liebfrauenkirche in Worms gehört mit zu den größten und bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein. Sie ist umgeben von Rebflächen und hat einem weltweit bekannten Wein seinen Namen gegeben, der Liebfrauenmilch; doch dazu anschließend mehr.

Auf dem Bild sehen wir die erst jüngst restaurierten Westtürme, die hier eindrucksvoll in der Abendsonne leuchten. Ich habe die Aufnahme an einem gewittrigen Tag gemacht, an dem sich abends die Wolken lichteten und die Sonne um 21:00 Uhr herum ein grandioses Licht spendete. Die Restaurierung der Westtürme ist eine der vielen Baumaßnahmen, die immer wieder zu Erhaltung dieses historischen Gotteshauses notwendig sind. Während der Pfälzischen Erbfolgekriege am Ende des 17. Jahrhunderts wurde auch die Liebfrauenkirche nicht verschont, und erlitt durch das gelegte Feuer schwere Schäden. Die Wiederherstellung war zunächst nur provisorisch möglich, und so war über die Jahrhunderte immer wieder die Stabilität des gesamten Bauwerks gefährdet, so dass bisher jede Generation umfangreiche Sanierungsarbeit leisten musste. Die, wie es aussieht, gelungene Sanierung des Westportals mit den Zwillingstürmen wird auch in den nächsten Jahren nicht die letzte Baumaßnahme gewesen sein.

Wormser Liebfrauenkirche, Ostansicht - Bild Nr. 201106270133

Die Liebfrauenkirche, die am Rande der Stadtmitte in Nähe des Rheins liegt, ist von 17 ha Rebflächen umgeben. Diese Lage fast mitten in der Stadt mutet etwas ungewöhnlich an, hat aber auch ihre Vorteile, den die Rebflächen bekommen viel Sonne, sind windgeschützt und bekommen durch die Nähe des Rheins ausreichend Wasser, zudem verleihen die Schlämmböden mit hohem Kieselanteil dem Wein eine besondere Mineralität. Der Liebfrauenmilch genannte Wein erlangte internationalen Ruf. Doch leider war in der Vergangenheit die Verlockung durch die große Nachfrage so groß, dass aus dem Wein mit seinem klangvollen Namen ein süßer Massenwein geringerer Qualität wurde, der auf ca. 10.000 ha Fläche in Rheinhessen, der Pfalz und an der Nahe angebaut wird.

Ende der 1990er Jahre erwarben einige Winzer die Rebfläche um die Liebfrauenkirche und bauen dort seitdem wieder einen Riesling von gehobener Qualität an. Die Lage “Wormser Liebfrauenstift Kirchenstück”  gehört heute wieder zu den Spitzenlagen für Deutschen Prädikatswein.

Wormser Liebfrauenkirche, Südwestansicht - Bild Nr. 201107120361

Links:

– Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen in Worms: http://www.liebfrauen-worms.de
– Liebfrauen-Stiftung: http://www.liebfrauen-worms.de/stiftung/home
– Weingut Gutzler über das Kirchenstück: http://www.gutzler.de

Änderung: 1 Foto ersetzt am 27.06.2011, 1 Foto ergänzt am 12.07.2011.

Pegelhaus in Worms/Rhein - Bild Nr. 201102060254

Das Pegelhaus gehört sicher nicht zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten der alten, bereits von den Römern gegründeten Stadt Worms, aber es ist doch mal einer genaueren Betrachtung wert. Messstationen für den Wasserstand gibt es in jeder größeren Stadt am Rhein. Diese liefern wichtige Daten für die Schifffahrt oder dienen zur Ermittlung von überschwemmungsgefahren bei Hochwasser.

Während uns die Wasserstandsmeldungen, die uns besonders bei Hochwasser immer wieder gemeldet werden, bereits selbstverständlich vorkommen, so steckt doch eine Menge Technik dahinter, uns immer wieder mit genauen Daten versorgen zu können. Diese Technik hat sich entwickelt und so erfolgen heute bereits viele Messungen auf digitalem Wege.

Pegeluhr des Pegelhauses in Worms

Das Pegelhaus in Worms bietet allerdings eine Besonderheit: Es besitzt noch eine funktionierende Pegeluhr, die wie unser Zeitmesser zwei Zeiger besitzt. Der kleine Zeiger zeigt volle Meter an und der große Zeiger die Zentimeter mit einer Skaleneinteilung von 2 cm an. Eine solche Pegeluhr wird durch einen Schwimmer in einer mit dem Fluss kommunizierenden Röhre betrieben. Von diesen Pegeluhren gibt es nur noch wenige funktionierende Exemplare, eines davon können wir in Worms bewundern, und deshalb gehört auch das Pegelhaus zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten dieser altehrwürdigen Stadt am Rhein.

Nibelungen-Denkmal in Worms - Bild Nr. 201102060247

Der Sage nach soll sich die Geschichte der Nibelungen u.a. in Worms am Rhein abgespielt haben, und darauf ist man hier stolz. Es gibt ein Nibelungen-Museum und es finden hier im Sommer die Nibelungen-Festspiele statt. Und am Rheinufer, da steht das Nibelungen-Denkmal, welches Hagen beim Versenken des Schatzes der Nibelungen zeigt. In der Sage war Hagen ein Gefolgsmann des Burgunderkönigs Gunther in Worms. Das Denkmal, eine Hohlgalvanoplastik, wurde für einen Rosengarten gestiftet, und 1905 von Johann Hirt (1859-1917) geschaffen. Im Jahr 1932 wurde die Plastik auf den Sockel des ehemaligen Rheinkrans gesetzt. Im Jahr 1993 fand eine Renovierung statt.

Die Abbildung links ist eine Fotobearbeitung. Mit Hilfe der Software Akvis Sketch 12.0 habe ich die Zeichnung aus der unten gezeigten Fotografie angefertigt. Da ich inzwischen schon etwas Erfahrung mit dem Programm erlangen konnte, möchte ich für Interessierte noch ein paar Bemerkungen zur Anwendung des Umwandlungsprogrammes anfügen.

Nibelungen-Denkmal in Worms - Bild Nr. 201102060247

Ganz wichtig ist es zunächst einmal, sich klar zu machen, dass eine Zeichnung etwas anderes als ein Foto ist. Ein Foto darf am Rand einfach aufhören, es darf auch Dinge seitlich oder oben anschneiden. Eine Zeichnung würde allerdings selten so aussehen, sondern zeigt den Gegenstand i.d.R. gegen den Hintergrund freigestellt. Ein Anschnitt erfolgt bestenfalls nur an der unteren Kante, wenn ein Ausschnitt gezeigt werden soll, ansonsten ist eine Darstellung ohne Anschnitt noch besser.

Um eine solche Freistellung zu erreichen muss natürlich zunächst das Foto so aufgenommen sein, das es maximal nur unten eine Schnittkante hat. Vor der Umwandlung in eine Zeichnung sollte man für ausreichenden Kontrast, Schärfe, Rauschfreiheit und Zeichnung in allen Bereichen des Bildes sorgen und den Himmel durch einen neutralweißen Hintergrund ersetzen. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, dass die Zeichnung wirklich wie eine solche aussieht. Bei Motiven die links und rechts kein Ende haben, sollte man per Bildbearbeitung dafür sorgen, dass kein glatter Rand entsteht, sondern die Zeichnung in Strichen sanft ausläuft.

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