Traubenvollernter bei Mommenheim/Rheinhessen - Bild Nr. 201109160939

Das kann man dieser Tage in Rheinhessischen Weinbergen überall beobachten: Traubenvollernter fahren vorsichtig über die Rebstockreihen und schütteln die Trauben vollautomatisch von den Rebstöcken, trennen die schweren Trauben vom leichten Laub und speichern das Lesegut zunächst in einem Tank zwischen. Wenn dieser voll ist werden die Trauben in Kunststoffbehälter umgeladen und per Trecker ins Weingut oder zur Winzer-Genossenschaft zum Keltern gefahren. Weiterlesen »

Schreckschuss-Automat in den Weinbergen bei Alzey - Bild Nr. 201109142570

Wenn man in Rheinhessen auf dem Land wohnt, so wie ich, entgeht es einem nicht wenn am Ende des Sommers Schüsse aus den Weinbergen zu hören sind. Es ist gut zu wissen, dass hier nicht etwa Kämpfe mit Waffen ausgetragen werden oder vorzeitig Jagd auf Feldhasen, Rehe und Fasane gemacht wird, sondern es gilt, die reif gewordenen Weintrauben vor dem Zugriff hungriger Vogelschwärme zu bewahren. Es sind besonders die Stare, die gerne in großen Massen auftreten und alles zunichte machen wollen, was der Winzer in mühevoller Arbeit angebaut, gepflegt und kultiviert hat.

In früheren Zeiten, als die Menschen noch Zeit hatten, waren es die “Wingertschützen” welche die Weinberge bewachten, und wenn nötig mit einem Schuss in die Luft, die Vogelschwärme vertrieben. Dass manch eifriger Wingertschütz auch schon mal ‘Naschkatzen’ und Liebespaaren auflauerte, um sie zu erschrecken, war ein Nebeneffekt, den ich hier nicht kommentiere möchte. ;) Heute sind Wingertschützen nur noch in wenigen Gemeinden aktiv, seit es automatisch arbeitende Geräte zur Vertreibung der Stare gibt. Weiterlesen »

Heiligblut-Wingertsturm bei Alzey - Bild Nr. 201109142596

Die Fahrt durch die Weinberge um Alzey geht weiter, um noch mehr Wingertshäuschen zu fotografieren. Diese Häuschen haben besonders rund um Alzey Tradition. Der Alzeyer Altstadtverein bemüht sich darum, dem Verfall der teilweise historischen Häuschen entgegenzuwirken. Seit dem Jahr 1989 findet jährlich am ersten Sonntag im September eine Weinbergshäuschen-Wanderung statt.

Allerdings mache ich meine Fotos nicht unbedingt, wenn ich mit einer Wandergruppe unterwegs bin, sondern erkunde das Gebiet teils mit dem Auto und teilweise zu Fuß, wenn es meine Zeit zulässt, um das Licht der jeweiligen Tageszeit effektiv und optimal nutzen zu können. Weiterlesen »

Mommenheim/Rheinhessen - Bild Nr. 201107270460

Irgendwann heute Nachmittag, ging es mit der Büroarbeit nicht mehr so recht weiter. Nun, es war ohnehin Zeit, Feierabend zu machen, und außerdem fanden in unsere Straße Kanalarbeiten statt, von denen ein sehr unangenehmes und nervtötendes Geräusch ausging. Ein Blick aus dem Fenster – die Sonne scheint, also Kamera geschnappt und “nichts wie raus”.

Mommenheimer Wingertsturm - Bild Nr. 201107270482

Ich ging also mal wieder zum Wahrzeichen unseres Dorfes, dem Wingertsturm, der im vorigen Jahr liebevoll renoviert und mit dem Ortsnamen und dem Ortswappen versehen wurde. Auf dem Weg über den Nazarienberg hatte ich wieder diese schöne Ansicht von Mommenheim (Bild oben) vor mir und ich wartete etwas bis sich eine etwas dickere Wolke verzog und dann konnte ich mit dem Teleobjektiv eine schöne sommerliche Ansicht der Ortsmitte aufnehmen, wie ich es schon oft getan habe. Aber es ist jedes mal ein wenig anders. Im Vordergrund ist die katholische Martinskirche zu sehen, halb links dahinter “versteckt” sich die Evangelische Kirche hinter Kastanienbäumen. Nur der Turm schaut oben heraus. Im Hintergrund geht der Blick ins Rhein-Main-Gebiet und links erheben sich die Höhen des Taunus.

Doch nun zum Wingertsturm, eine Variation von Weinbergshäuschen, die es in Rheinhessen in großer Zahl und in allen erdenklichen Bauformen gibt. Der Turm, der selber keinen historischen Hintergrund hat, steht aber auf historischem Grund, denn hier auf dem Nazarienberg stand im 8. Jahrhundert eine Kapelle, von der aber leider keine Überreste mehr zu sehen sind.

Weintrauben - Bild Nr. 201107270498

Da der Wingertsturm mitten im Wingert, also auf einem Weinberg steht, ist ein Blick auf den heranwachsenden Wein obligatorisch. Nein, reif ist er jetzt noch lange nicht, aber die Trauben wachsen üppig an den Rebstöcken, und wenn es in diesem Sommer doch noch etwas intensiveren Sonnenschein geben sollte, dann könnte es wieder Hoffnung auf einen guten Jahrgang 2011 geben. Noch haben die Trauben bis zur Weinlese im Herbst knapp 2 Monate Zeit, um reifen können.

Gut, dass ich die Gelegenheit zum Fotografieren heute wahrgenommen habe, den kurz nachdem ich wieder zuhause war, zogen wieder dunkle Wolken auf. Da habe ich mal wieder das richtige Zeitfenster erwischt.

Liebfrauenkirche Worms, Westportal - Bild Nr. 201106221559

Die ab 1276 erbaute Liebfrauenkirche in Worms gehört mit zu den größten und bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein. Sie ist umgeben von Rebflächen und hat einem weltweit bekannten Wein seinen Namen gegeben, der Liebfrauenmilch; doch dazu anschließend mehr.

Auf dem Bild sehen wir die erst jüngst restaurierten Westtürme, die hier eindrucksvoll in der Abendsonne leuchten. Ich habe die Aufnahme an einem gewittrigen Tag gemacht, an dem sich abends die Wolken lichteten und die Sonne um 21:00 Uhr herum ein grandioses Licht spendete. Die Restaurierung der Westtürme ist eine der vielen Baumaßnahmen, die immer wieder zu Erhaltung dieses historischen Gotteshauses notwendig sind. Während der Pfälzischen Erbfolgekriege am Ende des 17. Jahrhunderts wurde auch die Liebfrauenkirche nicht verschont, und erlitt durch das gelegte Feuer schwere Schäden. Die Wiederherstellung war zunächst nur provisorisch möglich, und so war über die Jahrhunderte immer wieder die Stabilität des gesamten Bauwerks gefährdet, so dass bisher jede Generation umfangreiche Sanierungsarbeit leisten musste. Die, wie es aussieht, gelungene Sanierung des Westportals mit den Zwillingstürmen wird auch in den nächsten Jahren nicht die letzte Baumaßnahme gewesen sein.

Wormser Liebfrauenkirche, Ostansicht - Bild Nr. 201106270133

Die Liebfrauenkirche, die am Rande der Stadtmitte in Nähe des Rheins liegt, ist von 17 ha Rebflächen umgeben. Diese Lage fast mitten in der Stadt mutet etwas ungewöhnlich an, hat aber auch ihre Vorteile, den die Rebflächen bekommen viel Sonne, sind windgeschützt und bekommen durch die Nähe des Rheins ausreichend Wasser, zudem verleihen die Schlämmböden mit hohem Kieselanteil dem Wein eine besondere Mineralität. Der Liebfrauenmilch genannte Wein erlangte internationalen Ruf. Doch leider war in der Vergangenheit die Verlockung durch die große Nachfrage so groß, dass aus dem Wein mit seinem klangvollen Namen ein süßer Massenwein geringerer Qualität wurde, der auf ca. 10.000 ha Fläche in Rheinhessen, der Pfalz und an der Nahe angebaut wird.

Ende der 1990er Jahre erwarben einige Winzer die Rebfläche um die Liebfrauenkirche und bauen dort seitdem wieder einen Riesling von gehobener Qualität an. Die Lage “Wormser Liebfrauenstift Kirchenstück”  gehört heute wieder zu den Spitzenlagen für Deutschen Prädikatswein.

Wormser Liebfrauenkirche, Südwestansicht - Bild Nr. 201107120361

Links:

– Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen in Worms: http://www.liebfrauen-worms.de
– Liebfrauen-Stiftung: http://www.liebfrauen-worms.de/stiftung/home
– Weingut Gutzler über das Kirchenstück: http://www.gutzler.de

Änderung: 1 Foto ersetzt am 27.06.2011, 1 Foto ergänzt am 12.07.2011.

Wingert (Weinberg) bei Mommenheim/Rheinhessen - Bild Nr. 201104225113

Erst wenn die meisten Bäume im Frühjahr bereits grün sind und beträchtliche Teile der Obstblüte vorüber sind, beginnt in Rheinhessen der Wein mit seinem Wachstum. Schön in Reih’ und Glied stehen die Reben, denn nur so lässt sich ein Weinberg rationell bewirtschaften. Im Winter wurden die Reben in Handarbeit beschnitten und nur noch ein oder zwei Triebe bleiben die an den verspannten Drähten befestigt werden. Aus diesenTrieben entsteht im Laufe des Sommers wieder ein Weinpflanze, die im allgemeinen reichlichen Ertrag bringen wird.

Jetzt, Ende April bis Anfang Mai, sind die ersten Blättchen zu sehen, zunächst einmal begleitet von Löwenzahn, der reichlich zwischen den Reben wächst. Bevor also die Reben in vollem Laub stehen und sich nach der Blüte langsam die Trauben entwickeln, bietet der Löwenzahn einen farbenfrohen Anblick.

Wingert (Weinberg) bei Mommenheim/Rheinhessen - Bild Nr. 201104225114

Das Wachstum der ersten Blätter ist nur ein kleiner Anfang eines Weges an dem am Ende die Weinlese steht. Nun beginnt das Hoffen auf viel Sonne, ausreichend Regen und ein ausgewogenes Wetter, damit wieder ein guter Jahrgang heranwächst.

Weitere Bilder der Fotostrecke als Galerie
Aufnahmekamera: Nikon D80

Der Herbst hat auch seine farbenfrohe Seite und versüßt so den Abschied vom Sommer. Ganz besonders schön kann das in den Weinbergen des Rheingaus sein, wie diese Bilder zeigen.

Links ist eines der monumentalsten Denkmäler Deutschlands zu sehen, das Niederwalddenkmal mit der Germania. Das Denkmal sollte der Einigung Deutschlands 1871 gedenken. Planung und Bau dauerten insgesamt zwölf Jahre von der ersten Anregung 1871 bis zur Einweihung am 28. September 1883. Die Bauzeit betrug sechs Jahre.

In der zweiten Reihe ist die Kirche des des ehemalige Zisterzienserklosters Eberbach bei Eltville zu sehen, das im Jahr 1136 gegründet wurde. Bekannt ist das Kloster u.a. dadurch dass hier in den Jahren 1985/86 Dreharbeiten zum Film “Der Name der Rose” gedreht wurden. Das Kloster ist ein beliebtes Ausflugsziel und dient auch als Veranstaltungsort für Konzerte.

Der Landschaftspark Niederwald oberhalb von Rüdesheim ist neben Kloster Eberbach eines der beliebtesten Ausflugsziele im Rheingau. Mit der Kabinenseilbahn kommt man bequem hinauf und kann vom wieder aufgebauten Tempel oder vom Niederwalddenkmal aus den weiten Blick ins Rheintal und auf die Nahemündung bei Bingen genießen. Die Weinberge, der Wald, eine Adlerwarte sowie ein Wildtierpark laden zum Spaziergehen und Wandern ein.


Kloster Eberbach


Niederwald: Seilbahn von Rüdesheim (li.), Neuer Tempel (re.)


Rebhänge bei Rüdesheim (li.), Burgruine Ehrenfels (re.)

Die Burg Ehrenfels an den Rebhängen auf halbem Weg von Rüdesheim nach Assmannshausen diente im 13. Jahrhundert zusammen mit dem am gegenüberliegenden Ufer stehendem Mäuseturm als Zollburg des Mainzer Kurfürsten. Die Burg wurde vermutlich während des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1689 zerstört.

Bildnummern:
oben – Niederwald-Denkmal – 200910310060
zweite Reihe – 20091031028, 200910311039
dritte Reihe – 200910310050, 200910310059
unten – 200910310067, 200910310069

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