César Manrique

Krebsmotiv auf La Graciosa von César Manrique - Bild Nr. 200802035474

César Manrique ist die Persönlichkeit auf Lanzarote, die wie niemand anderes das Aussehen der Insel geprägt hat. Lanzarote war seine Heimat und die lag ihm sehr am Herzen. Als Architekt, Maler, Bildhauer und Umweltschützer war er weit über Lanzarote hinaus bekannt, aber die Gestaltung “seiner” Insel, das war sein Lebenswerk. César Manrique wurde am 24. April 1919 in Arrecife auf Lanzarote als Sohn eines Handelsvertreters geboren. Er wuchs zusammen mit seinem Bruder und zwei Schwestern in Arrecife auf und besuchte auch dort die Schule. Er studierte an der Universität von La Laguna/Teneriffa und wurde Bauingenieur. Schon früh lernte er aus Zeitschriften, die sein Vater von Auslandsreisen mitbrachte die Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse und Georges Braque kennen, und begeisterte sich für deren Kunst, die auch Erinflüsse sein eigenes künstlerisches Schaffen hatte.

Fondacion César Manrique - Bild Nr. 200802015201

In den Jahren 1945 bis 1950 besuchte er die Schule der Schönen Künste  San Fernando in Madrid. Manrique wird zusammen mit anderen gleichgesinnten Künstlern Vorreiter der avantgardistischen Kunst in Spanien. 1964 bis 1968 studiert er am International Institute of Art Education in New York amerikanische Kunst. Der abstrakte Expressionismus, den er dort kennen gelernt hatte, sollte sein künstlerisches Werk in besonderer Weise prägen.

Manrique kam im Jahr 1968 endgültig zurück nach Lanzarote, mit dem Vorsatz seine Insel zu einem der schönsten Plätze auf dieser Erde zu machen. Er hatte gute Freunde in der Inselregierung, die er u.a. von seinem Vorhaben überzeugen konnte. Überhaupt leistete er viel Überzeugungsarbeit überall auf Lanzarote um seine Pläne umzusetzen.

Monumento al Campesino - Bild Nr. 200801305030

Sein Plan war es, nur eine traditionelle Bauweise zuzulassen und auf Häuser mit mehr als zwei Stockwerken zu verzichten. Auch wollte er, dass keine Werbeplakate das Aussehen der Insel beeinträchtigen. Vieles konnte er umsetzen, auch wenn immer wieder versucht wurde seine Pläne zu unterlaufen. So ist Lanzarote dennoch dank Manriques Wirken eine Urlaubslandschaft geworden, deren Aussehen nicht von Hochhäusern und riesigen Hotels geprägt ist. Das einzige Hochhaus der Insel sollte eine Ausnahme bleiben.

César Manriques erstes große Werk auf Lanzarote war das Monumento al Campesino in Mozaga, eine Skulptur die aus weißgetünchten alten Trinkwasserkanistern ausgedienter Fischerboote besteht. Es stellt eine lanzarotenischen Bauern mit seinem Kamel dar. In unmittelbarer Nähe des Monumentes entstand auch das Casa Museo del Campesino, ein Bauernhaus in typisch lanzarotenischer Architektur, ein sehenswerter Ort, an dem klar wird, wie sich Manrique “seine” Insel vorstellte.

Weiterlesen »

La Graciosa

La Graciosa: Caleta del Sebo, Fischerboote - Bild Nr. 200802035439

Die kleine Atlantikinsel La Graciosa liegt nördlich von Lanzarote. Sie ist die größte Insel des Archipelago Chinijo. Zum Archipel gehören auch die die Inseln Alegranza, Montana Clara, Roque del Este und Roque del Oeste. Die Gewässer rund um das Archipel verfügen über einen großen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren und haben den Status einer Meeresschutzzone, ihr Name: Parque Natural Los Islotes.

La Graciosa ist von Lanzarote durch den nur einen Kilometer breiten aber sehr tiefen Meeresarm El Río getrennt. Sie ist die einzige bewohnte Insel des Archipels. Sie hat eine Fläche von 28 qkm, ist 9 km lang und zwischen 1,5 und 5 km breit. Die Bevölkerung lebt überwiegend vom Fischfang und ein wenig vom Baugegewerbe und Dienstleitungen, u.a. im Tourismus. Die Insel wird von Lanzarote aus mit Trinkwasser und Strom versorgt.

La Graciosa: Fischerhäuser in Caleta del Sebo - Bild Nr. 200802035469

La Graciosa ist erst seit 1876 bewohnt. Hauptort ist Caleta del Sebo. In dem Ort leben ca. 600 Menschen. Es gibt neben dem Hafen ein Schule, eine Post, eine Kirche, zwei Supermärkte, einige Restaurants, Pensionen und Apartementhäuser. Eine weitere nicht ständig bewohnte Siedlung befindet sich etwas weiter nordöstlich: Pedro Barba, ein früherer Fischerort.

Die Landschaft von La Graciosa besteht überwiegend aus Sand und 5 Vulkanbergen. Es gibt keine befestigten Straßen auf der Insel aber immerhin an die 50 Autos, die für die Infrastruktur der Insel wichtig sind. Motorräder sind nicht erlaubt, dafür kann man sich Mountainbikes leihen, mit denen sich die Insel erkunden lässt. Erreichen kann man La Graciosa von Lanzarote aus mehrmals am Tag mit einer Personenfähre von Orzola. Die Überfahrt dauert ca. eine halbe Stunde. Als Tagestourist wird man sich in der Regel rund um Caleta del Sebo aufhalten und die einsamen Sandstrände genießen, die zwar etwas steinig sind aber dafür findet hier jeder seine Ruhe, verbunden mit einem Blick auf Lanzarote mit dem mächtigen Famara-Massiv.

La Graciosa: Spielende Kinder im Hafen - Bild Nr. 200802035430

In der Abgeschiedenheit auf La Graciosa scheinen die Uhren ein wenig anders zu gehen: Kinder spielen im Hafen im Wasser, Fischer bereiten ihre Netze für den nächsten Fang vor, und überhaupt findet das Leben hier im Freien statt. Kein Verkehrslärm, keine Hektik stört die Ruhe, die hier jeder finden kann. Müsste man als Tagesgast nicht wieder pünktlich am Hafen sein, um die letzte Fähre nach Lanzarote zu erreichen, könnte man hier glatt die Zeit vergessen. Wer die Einsamkeit und Ruhe schätzt kann hier auch Urlaub machen, Appartements oder Pensionen sind vorhanden, und somit ist es auch möglich, die Insel und ihre Vulkane mit dem Mountainbike vollständig zu erkunden.

Weitere Impressionen:


Bild Nr. 200802035438,  200802035437


Bild Nr. 200802035454, 200802035455

…..

Die Fotos sind während einer Reise nach Lanzarote Ende Januar, Anfang Februar 2008 entstanden.

Der Süden

Lanzarote: El Golfo - Bild Nr. 200801304986

Der Süden von Lanzarote weist ein milderes Klima auf als der Norden, er ist aber auch noch stärker vom Vulkanismus geprägt. Weite Teile des Südens sind einfach nur unfruchtbares Land mit endlos scheinenden Lavafeldern.

Im Süden sind aber auch die beliebtesten Strände der Insel: Die Playas de Papagayo bei Playa Blanca und die Strände von Puerto del Carmen. Während Playa Blanca ein eigens für den Tourismus geschaffener Ort ist, an dessen Peripherie noch unzählige Ferienhäuser entstehen, ist Puerto del Carmen ein gewachsener Ort, an dessen Stränden nach und nach zahlreiche Hotels gebaut wurden. Es gibt hier noch einen alten Ortskern und einen kleinen Fischereihafen.

Lanzarote: Playas de Payagayo - Bild Nr. 200801304938

Die Strände im äußersten Süden nennt man Playas de Papagayo, was an den zahlreichen Farben dieser Strandbuchten liegt: Das blautürkise Wasser der hellbraune Sand und die vielfarbigen Felsen, ergeben je nach Jahres- und Tageszeit ein recht buntes Gesamtbild. Diese Gegend ist, und das ist ihr besonderer Reiz, vom Bauboom verschont geblieben, was die Strände dadurch so beliebt macht. Viel Infrastruktur gibt es hier nicht und es führt auch nur eine sehr holprige Straße hierher. Trotzdem können die Strände in der Hauptsaison schon mal recht voll sein.

Die Strände werden auch mit Booten von Playa Blanca aus angefahren. Um diese einzigartigen Strände wie sie sind zu bewahren, wurden sie im Jahr 1998 zum Monumento Natural Los Ajaches erklärt.

El Golfo

Lanzarote: Der Krater El Golfo mit dem Charco de los Clicos - Bild Nr. 200802075902

Ein absolutes Muss ist ein Ausflug nach El Golfo. Das kleine gleichnamige Fischerdorf ist nicht sonderlich spektakulär, wenngleich man dort einige sehr gute Fischrestaurants findet. Lohnenswert ist der Blick vom Aussichtspunkt auf den Kratersee Charco de los Clicos. Der recht tiefe See mit seinem grün schimmernden Wasser befindet sich in dem imposanten Krater, der zum Meer hin durch Erosion offen ist und nur zum Inselinneren hin noch seine volle Höhe hat.

Der See entstand während der Vulkantätigkeit im 18. Jahrhundert. Der Name leitet sich von Weichtieren ab, den sogenannten Clicos, die hier früher in dem See gelebt haben. Die tiefgrüne Farbe rührt von einer Algenart her. Das Wasser des Charco de los Clicos ist extrem salzhaltig. Das liegt daran, dass bei starker Brandung immer wieder Meerwasser zugeführt wird, und dieses dann verdunstet, so bleibt das Salz zurück. Inzwischen soll der Salzgehalt schon höher als der des Toten Meeres sein.

Lanzarote: Bruchstück des Kraters El Golfo - Bild Nr. 200802096045

Salinas de Janubio

Lanzarote: Salinas de Janubio - Bild Nr. 200801304958

Etwa 7 km südlich von El Golfo liegen die Salinas de Janubio. Hier, in der größten Saline von Lanzarote, wurde einst das Salz gewonnen, das für die Konservierung des Fischfanges benötigt wurde. Mit dem Aufkommen von Kühlanlagen verlor die Salzgewinnung ihre Bedeutung. Die Anlagen wurden in den 1920er Jahren gebaut und waren bis Anfang der 1960er Jahre in Betrieb. Das Wasser wurde anfangs noch mit der Kraft von Windrädern in die Verdunstungsbecken gepumpt, später übernahmen das Elektropumpen. Um die Anlagen als Industriedenkmal zu erhalten werden hier immer noch kleine Mengen Salz gewonnen.

Lanzarote: Salinas de Janubio - Bild Nr. 200801304954

In den Salinen wurden einst in den Sommermonaten 30 t des weißen Goldes täglich gewonnen und im Winter ca. die Hälfte. Die Jahresproduktion lag bei 10.000 t Salz.

Zum Schluss des “Ausfluges” durch den Süden Lanzarotes sei noch ein Abstecher in der kleinen Ort Femes empfohlen, der auf einer Höhe von ca. 360 m einen schönen Ausblick über die Küste im Süden ermöglicht.

Fortsetzung folgt…


Lanzarote: El Golfo - Bild Nr. 200801300065

Lanzarote: Am Strand von Puerto del Carmen - Bild Nr. 200801315159

…..

Die Fotos sind während einer Reise nach Lanzarote Ende Januar, Anfang Februar 2008 entstanden.

Der Norden

Punta Fariones: Der nördlichste Punkt von Lanzarote - Bild Nr. 200802035495

Es ist typisch für die Kanarischen Inseln, dass jeweils der Norden rauer ist als der Süden, was daran liegt, dass von Norden die Passatwinde auf die Inseln treffen. Folglich weht hier meistens ein kräftiger Wind und das Wasser tobt sich an den Felsenküsten aus. Das Famara-Massiv (Risco de Famara), das sich von La Caleta bis an sie Nordspitze der Insel erstreckt fällt auf der Westseite steil ins Meer ab. Hier entstehen Aufwinde, die ideal für Drachenflieger sind.

Lanzarote: Drachenflieger für dem "Risco de Famara" - Bild Nr. 200802015231

In La Caleta, einem Ort den man nur auf einer langen Straße durch das wüstenähnliches Gebiet El Jable erreicht, weht meistens ein starker Wind. Der Strand, Playa de Famara, ist einer der schönsten, aber auf Grund des Windes und starker Meeresströmungen auch gefährlichste Strände Lanzarotes. An manchen Tagen türmt sich der Sand zu kleinen Dünen auf und manchmal entstehen meterhohe Wellen. Der Ort selbst wird größtenteils noch von Fischern bewohnt. Etwas östlich davon liegt die die Urbanzacíon Famara, die älteste Bungalowanlage auf der Insel, die in den 1970er Jahren entstanden ist. Ein Ziel für Menschen, denen raues Klima nichts ausmacht und die eine wilde Natur schätzen.

Lanzarote: Am Playa de Famara - Bild Nr. 200802085969

Links auf dem Bild ist der Playa de Famara zu sehen, im Hintergrund erhebt sich im Dunst eines Sandsturmes das mächtige Famara-Massiv (Risco de Famara) das an der Nordspitze bei Orzola endet. Gut zu sehen ist, wie der Sand von Wind zu Dünen geformt wird.

.

.

Dünen und Brandung:

Bild Nr. 200802085965, 200801304966

Lanzarote: Orzola - Bild Nr. 200802015256

Orzola ist ein recht beschauliches Fischerdorf ganz im Norden von Lanzarote. Der Ort liegt recht abgeschieden in einer Landschaft aus Lavabrocken, dem Malpaís de la Corona, dem schlechten Land um den Vulkan Corona. Morgens und abends ist es hier sehr ruhig. Tagsüber kommen aber einige Gäste hier her. Einige gute Restaurants lohnen die Einkehr. Es gibt typisch kanarische Küche und natürlich Fisch, der auch wirklich hier gefangen wird.

Kanarische Küche: Die Mojos - Bild Nr. 200802015251

Typisch für die kanarische Küche sind die roten und grünen Soßen, die Mojos, die bei keinem Essen fehlen dürfen.

Von Orzola aus geht die Fähre nach La Graciosa, einer kleinen und recht urwüchsigen Insel nördlich von Lanzarote, eine idealer Ort für einen ruhigen Tag am Strand. Der Fährbetrieb bringt viele Gäste in den sonst so beschaulichen Ort.

Unweit von Orzola befindet sich im Famara-Massiv auf einer Höhe von 479 der Aussichtspunkt Mirador del Río. Mit Río wir die Meerenge zwischen Lanzarote und La Graciosa bezeichnet.

Lanzarote: Am Mirador del Río - Bild Nr. 200801284748

Dieser Aussichtspunkt, ein Werk César Manriques, war früher ein  1898 eingerichteter militärischer Beobachtungsposten. Manrique ließ an dieser Stelle ein Restaurant mit Aussichtsterasse in den Berg bauen. Dieses Bauwerk nimmt man von außen kaum als Gebäude wahr und somit passt es sich unauffällig in die Landschaft ein, so wie sich César Manrique die Bebauung der Insel idealer Weise vorgestellt hat.

Lanzarote: Blick vom "Mirador del Río" auf "La Graciosa" - Bild Nr. 200801284766

Von der Aussichtsterrasse hat man einen sehr schönen Blick auf die Lanzarote nördlich vorgelagerten Inseln, La Graciosa, Montana Clara, Allegranza sowie die Felsen Roque del Este und Roque del Oeste. La Graciosa, die größte Insel des Archipelago Chinijo, wie die Inselgruppe benannt wird, ist zugleich als einzige ständig bewohnt. Der Hauptort ist Caleta del Sebo mit seinem kleinem Hafen, den man sehr gut vom Aussichtspunkt aus erkennen kann.

Guinate

Tukan im "Parque Tropical" bei Guinate - Bild Nr. 200801280030

Graupapagei im "Parque Tropical" - Bild Nr. 200801284653

Etwas südlich vom Mirador del Río gibt es bei Guinate den Parque Tropical, ein kleiner aber sehenswerter Zoo mit ca. 1300 Vögeln aus aller Welt und einigen anderen Tieren.

In der Nähe befindet sich noch ein Aussichtspunkt, der Mirador de Guinate, von dem aus ähnlich wie beim Mirador del Rio ein Blick auf La Graciosa möglich ist. Ebenso kann man von hier aus fast die gesamte Küste entlang des Famara-Massivs überblicken.

Lanzarote: Mirador de Guinate

Bild Nr. 200801284731, 200802055678

Teguise

Lanzarote: Teguise - Bild Nr. 200802055668

Die bedeutendste Stadt im Norden der Insel ist die ehemalige Hauptstadt Teguise. Sie ist die älteste Stadt der Kanarischen Inseln. Hauptstadt von Lanzarote war sie bis 1852. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Zeit vor der Eroberung durch die Spanier zurück. Schon die Ureinwohner hatten hier ein Siedlung erbaut. Da die Stadt Wohnsitz zahlreicher mächtiger Familien war, wird auch das Stadtbild u.a. durch so manches Herrenhaus geprägt. Die heutigen Bauwerken stammen größtenteils aus dem 17. Jahrhundert.

Lanzarote: Teguise - Plaza de Constitucion - Bild Nr. 200411231698

Der zentrale Platz der Stadt ist die Plaza de la Constitucion mit der weithin sichtbaren Kirche Nuestra Senora de Guadalupe. Eine besondere Attraktion ist der jeden Sonntagmorgen stattfindende Markt. Dann ist die sonst recht ruhige kleine Stadt voller Menschen.

Lanzarote: Castillo de Guanapay - Bild Nr. 200802055667

Oberhalb der Stadt befindet sich das Castillo de Guanapay, auch Castillo de Santa Barbara genannt. Es handelt sich um eine rautenförmig aufgebaute Festung aus dem 16. Jahrhundert. Bereits im 14. Jahrhundert soll hier ein Beobachtungsturm gestanden haben. Von hier aus hat man einen sehr weiten Blick über große Teile der Insel. Auf dem Bild rechts ist der Blick Richtung Norden über die Wüste El Jable bis nach La Caleta zu sehen. In der Festung befindet sich das Museo del Emigrante.

Fortsetzung folgt…

…..

Die Fotos sind während einer Reise nach Lanzarote Ende Januar, Anfang Februar 2008 sowie im November 2004 entstanden.

Lanzarote – viel mehr als “Schutt und Asche” …

Lanzarote: Kakteen in der Lavawüste - Bild Nr. 200801284623

Von den kanarischen Inseln nimmt Lanzarote eine ganz besondere Stellung ein, denn ihr sieht man den vulkanischen Ursprung am allermeisten an, zum einen weil die Ausbrüche im 18. Jahrhundert beeindruckende Spuren hinterlassen habe, als wäre es erst gestern passiert, zum andern weil man in Naturpark Timanfaya die vulkanische Aktiviät noch sehr anschaulich erleben kann. Im Südwesten der Insel kann man noch kilometerweit an unwirtlichen Lavafeldern vorbeifahren. Mit rote und schwarzer Asche bedeckte Vulkankegel prägen das Bild der Landschaft über weite Teile der Insel. Ein Urlaub auf Lanzarote ist, wenn man möchte, eine eindrucksvolle Lehrstunde in Vulkanismus.

Lanzarote: Weinbaugebiet "La Geria" - Bild Nr. 200802075850

Die Vegetation ist spärlich auf Lanzarote, weil es hier kein Grundwasser gibt. Wasser erhält man hier durch Auffangen des wenigen Niederschlages oder durch aufwändige Entsalzung von Meerwasser. Trotz der eigentlich widrigen Umstände haben hier immer wieder Menschen ihr Zuhause gehabt und es gab und gibt natürlich auch Landwirtschaft und Weinanbau. Die Menschen haben es zu allen Zeiten verstanden, das dafür nötige Wasser dem Niederschlag abzuringen. Im Weinbaugebiet La Geria zwischen San Bartholome und Uga sieht man überall die Aschetrichter mit jeweils einem Weinstock drin. In der Nacht und am Morgen sammelt sich die Luftfeuchtigkeit in den Trichtern und wird auf diese Weise den Wurzeln des Weinstocks zugeführt. Diese Methode der Bewässerung reicht aus, einen wirklich guten Wein heranreifen zu lassen.

Lanzarote: Alter Hafen von Puerto del Carmen - Bild Nr. 200801274508

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich Lanzarote zu einem beliebten Reiseziel entwickelt, ohne aber völlig seinen Charakter aufzugeben. Zwar sind inzwischen eine Unmenge Hotels und Ferienappartements entstanden, vor allem in Puerto del Carmen und den eigens für den Tourismus geschaffenen Orten Costa Teguise und Playa Blanca.  Ganz maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der Insel hatte der Künstler César Manrique, der hier auf Lanzarote gelebt hat. Überall auf der Insel kann man seine Werke und die touristischen Einrichtungen, die er gestaltet hat bewundern. César Manrique hatte sich auch dafür eingesetzt, dass keine Gebäude errichtet werden, die höher als 3 Stockwerke sind. Vollständig durchgesetzt hatte er sich leider nicht, aber es ist glücklicherweise bei einem Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife geblieben. Im Großen und Ganzen wurde der Charakter der Insel bewahrt, trotz des Tourismus.

Timanfaya – Die Feuerberge

Lanzarote: Nationpark Timanfaya - Bild Nr. 200802055604

Im Osten der Insel liegt das Vulkangebiet, das im 18. Jahrhundert das Zentrum der großen Vulkanausbrüche war. Vielfarbige Schlacke bedecken die zahlreichen Vulkankegel dieser bizarren Landschaft. Um dieses einzigartige Gebiet möglichst in diesem Zustand zu erhalten, wurde der Nationalpark Timanfaya ins Leben gerufen. Man kann selbst nur bis zum Besucherzentrum fahren. Von dort fahren Busse durch den Nationalpark, eine lohnende Aktion. Im Besucherzentrum kann man erleben, wie kurz unter der Oberfläche der Vulkanismus noch aktiv ist: Wasser, in eine Röhre gegossen, schießt umgehend als heiße Fontäne wieder hoch. Reisig brennt, sobald man ihn mit den heißen Steinen in Verbindung bringt, und Fleisch gart auf dem Vulkangrill.


Bild Nr. 200802055611, 200802055575

Lanzarote - Nationalpark Timanfaya: Kamele - Bild Nr. 200801305015

Kamele spielten auf Lanzarote in der Landwirtschaft seit eh und je eine wichtige Rolle, denn nur Kamele konnten auf dem vulkanischen Boden ohne Schaden laufen, außerdem sind sie genügsam und damit die idealen Transport- und Arbeitstiere. Mit dem Einzug moderner Technik wurden die Kamele überflüssig.

Allerdings haben die Kamele auf Lanzarote noch nicht ganz ausgedient. 200 Tiere sind im Nationalpark Timanfaya unterwegs, um Besuchern der Feuerberge einen unvergesslichen Rundritt über die Aschefelder zu ermöglichen. Natürlich wird man dabei ordentlich durchgeschüttelt. Die Doppelsitze auf dem Rücken der Tiere, entsprechen den Gestellen, die schon in früheren Zeiten zum Transport von Lasten und Personen benutzt wurden.

Arrecife – die Hauptstadt

Lanzarote: Arrecife - Castillo de San Gabriel - Bild Nr. 200801294797

Arrecife war im 15. Jahrhundert ein kleines Fischerdorf. Im 16. Jahrhundert wurde der Hafen zum wichtigen Umschlagplatz für Waren und Reisende. Allerdings wurde der Ort oft von Piraten heimgesucht. Zum Schutz des Handelplatzes wurde um 1590 das Castillo de San Gabriel auf einer Halbinsel vor der Stadt erbaut, in dem sich heute das Archäologische Museum befindet. Der Ort entwickelt sich schnell zu einer kleinen Stadt, die der früheren Hauptstadt Teguise den Rang ablief.

Arrecife: Gran Hotel - Bild Nr. 200801294808

Arrecife ist heute eine eher moderne Hafenstadt mit einer Fußgängerzone, Kaufhäusern und Kinos, die aber auch durchaus typisch kanarisches zu bieten hat. Mittelpunkt der Stadt ist die Plaza de las Palmas mit der Kirche St. Ginés. Das alte Fischerviertel um den Charco de San Ginés lässt noch erahnen, wie es hier mal in der Anfangszeit von Arrecife ausgesehen hat. Heute befindet sich am Stadtrand von Arrecife der Flughafen von Lanzarote. Auch die 1964 gebaute Meerwasserentsalzungsanlage befindet sich in Arrecife.

Das einzige Hochhaus der Insel, das Gran Hotel, ist durch seine Lage an der Uferpromenade zum Wahrzeichen der Stadt geworden, auch wenn es eigentlich nicht dem Stil der Insel entspricht. Es wurde in den 1970er Jahren erbaut. Allerdings wurde der Betrieb im Jahr 1991 zunächst mangels Rentabilität eingestellt. 1994 brannte das leerstehende Gebäude aus. Allerdings entschloss man sich, die Ruine wieder zu restaurieren und konnte das 5-Sterne-Hotel im Jahr 2004 wieder neu eröffnen.


Bild Nr. 200801294806, 200801294799

Arrecife: Charco de San Ginés (links), Uferpromenade (rechts)

Bild Nr. 200801294837, 200411231613

Fortsetzung folgt…

…..

Die Fotos sind während einer Reise nach Lanzarote Ende Januar, Anfang Februar 2008 sowie im November 2004 entstanden.

Klick macht groß!

Ein Klick auf's Bild und es wird größer angezeigt.
© 2012 Georg Dahlhoff Suffusion WordPress theme by Sayontan Sinha