Eine Kleinstadt (ca. 8. 000 Einwohner) mit eine gotische Kathedrale von imposanter Größe, so etwas gibt es am Rhein nur einmal. Und so ist Oppenheim in Rheinhessen schon eine ganz besondere Stadt. Die Kirche steht weit oben über dem Rheintal und bietet aus einigen Kilometern Entfernung schon einen atemberaubender Anblick. Aber nicht nur von außen weiß die Katharinenkirche zu gefallen. Der schlicht ausgestattete Innenraum mit seinen wunderschönen Motivfenstern kann sich ebenso sehen lassen und lässt die Herzen derjenigen, die sich für den gotischen Baustil begeistern, höher schlagen.
Burgkirche? Das klingt irgendwie wehrhaft. So war es damals im Mittelalter auch, als die Städte noch durch Stadtmauern, Türme und gut bewachten Tore gegen “ungewollten Besuch” gesichert waren. Die Menschen suchten den Schutz hinter den hohen Mauern und auch die Kirche war für viele ein Zufluchtsort, weshalb innerhalb der Stadtmauern sogenannte Wehrkirchen entstanden, die dann hinter einem zweiten Mauerring lagen und durch ihre Bauart ebenso wehrhaft wie eine Festung wirkten.
Die Burgkirche im Ingelheimer Stadtteil Ober-Ingelheim gilt als eine der besterhaltenen Wehrkirchen in Südwestdeutschland. Die spätgotische Kirche ist in ihrer heutigen Form ca. 600 Jahre alt, nur ihr romanischer Turm ist ca. 300 Jahre älter, so alt wie die Stadtbefestigung Ober-Ingelheims, dem wohl schönsten Stadtteil der Kreisstadt am Rhein. Die heutige Farbgebung der Kirche entspricht den Originalfarben des Mittelalters, sie ist eines der Wahrzeichen Ingelheims .
Auf dem oberen Bild ragt der Turm der Burgkirche über die zwei Wehrmauern hinweg, welche die Stadt und vor allem den Kirchhof vor feindlichen Eindringlingen schützen sollten. Die Mauern waren mit Wachtürmen und Wehrgängen ausgestattet. Teilweise sind die Wehrgänge nach einer umfangreichen Renovierung wieder begehbar. Weiterlesen »
Eine Station auf dem Jakobsweg…
Es ist einer der romantischten Plätze im ansonsten so geschäftigen Norden Rheinhessens, der Laurenziberg, ein kleiner abseits der Hauptverkehrsstraßen gelegener Stadtteil von Gau-Algesheim. Die Laurenzikirche hat seit vielen Jahren den Status einer Wallfahrtskirche.
Die Kirchengemeinde auf dem Laurenziberg wurde im 6. Jahrhundert gegründet. Die alte Kirche wurde im 30-jährigen Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Seit einer Tierseuche im 17. Jahrhundert wird hier jährlich ein Tier-Wallfahrt abgehalten, bei der die Bauern ihr Vieh segnen lassen. Bis heute besteht die Tradition einer jährlichen Pferde-Segnung an dieser Stelle, die zum Laurenzitag im August stattfindet.
Der Laurenziberg ist eine Station des 43 km langen rheinhessischen Abschnitts des Jakobsweges, jenes Pilgerweges, der nach Santiago de Compostella in Nordwestspanien führt. Der Rheinhessische Abschnitt führt von Bingen nach Dittelheim-Hessloch. Natürlich fehlt auch hier nicht die Wegmarkierung in Form einer Jakobsmuschel. (Landkarte)
Sie ist bereits von weitem zu sehen, wenn man sich der kleinen Stadt Oppenheim am Rhein von Süden her nähert. Sie thront auf dem Zuckerberg hoch über der Stadt wie eine mächtige Kathedrale, die man hier in Rheinhessen eigentlich so nicht vermuten würde. Die Evangelische Katharinenkirche gehört in der Tat zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten am Rhein und sie wird von den meisten der knapp 8.000 Einwohnern Oppenheims geliebt, weil sie für viele ein wichtiger Ort der Begegnung, des Glaubens und der Kultur in der Altstadt mit ihrem mittelalterlichem Flair ist. Weiterlesen »
Nackenheim liegt nicht weit von Mainz entfernt am Rhein. Die Weinbaugemeinde hat knapp 6000 Einwohner. Das Wahrzeichen von Nackenheim ist die 1716 erbaute katholisch Pfarrkirche St. Gereon. die Gemeinde ist der Geburtsort des Dichters und Schriftstellers Carl-Zuckmayer, hier entstand auch sein bekannte Theaterstück “Der fröhliche Weinberg“. Waren die Nackenheimer über das Stück, in dem sie deftig karikiert wurden, anfangs gar nicht so glücklich, so ist der Fröhliche Weinberg mit dem Weingut Gunderloch doch heute ‘das’ Aushängeschild der Gemeinde. (Landkarte)
Mehr Bilder von Nackenheim gibt es hier.
Schon von weitem ist die Evangelische Bergkirche von Udenheim inmitten des rheinhessischen Rebenmeeres zu sehen. Das schmucke kleine Gotteshaus gehört wegen seiner exponierten Lage und seines etwas ungewöhnlichen Aussehens zu den Wahrzeichen Rheinhessens.
Das Aussehen der Bergkirche hat sich über die Jahrhunderte gewandelt, und wenn man denkt sie hätte gar keinen Turm, so liegt man natürlich falsch, denn der Turm ist niedriger als der spätgotische Chor aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet und war ursprünglich kreuzförmig angelegt. Sie entsprach dem für die damalige Zeit üblichen Erscheinungsbildes einer Dorfkirche. Aus dieser Zeit ist der Westturm erhalten geblieben, an dessen Fensteröffnungen noch der romanische Ursprung zu erkennen ist, sowie die Außenwände des Langhauses. An der Mauer des Langhauses kann man an dem leichten Buckel auf halber Fensterhöhe noch sehr schön die frühere Raumhöhe erkennen. Die heute zugemauerten Rundbögen unterhalb der Fenster waren einst die Zugänge zum Querschiff.
Im 16. Jahrhundert erfuhr die Kirche dann eine tiefgreifende Umgestaltung: Das Langhaus wurde aufgestockt, die Seitenflügel entfernt und gotische Maßwerkfenster eingefügt. Dazu kam der spätgotische Chor dessen Größe und Höhe eher wie ein Teil einer Stadtkirche wirken, der aber der Bergkirche ihr endgültiges Aussehen verlieh, das sie zu einem besonderen Kleinod Rheinhessens macht. Gegen diesen prachtvollen Chor wirkt der Turm natürlich sehr klein und man hat fast den Eindruck, nur ein Kirchenschiff zu sehen statt eine vollständige Kirche. Daher kommt auch der im Volksmund gebräuchliche Begriff vom Kirchenschiff im Rebenmeer.
Die Bergkirche ist von einer Mauer umfasst und auf ihrem Gelände befand sich einst der Friedhof der Gemeinde Udenheim. Einige Grabmale des alten Friedhofs sind noch erhalten und geben dem parkähnlichen Kirchgarten seine besondere Atmosphäre. Gerne lassen sich Brautpaare, die in der Bergkirche getraut werden, an diesem schönen Ort fotografieren. Weiterlesen »
Die ab 1276 erbaute Liebfrauenkirche in Worms gehört mit zu den größten und bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein. Sie ist umgeben von Rebflächen und hat einem weltweit bekannten Wein seinen Namen gegeben, der Liebfrauenmilch; doch dazu anschließend mehr.
Auf dem Bild sehen wir die erst jüngst restaurierten Westtürme, die hier eindrucksvoll in der Abendsonne leuchten. Ich habe die Aufnahme an einem gewittrigen Tag gemacht, an dem sich abends die Wolken lichteten und die Sonne um 21:00 Uhr herum ein grandioses Licht spendete. Die Restaurierung der Westtürme ist eine der vielen Baumaßnahmen, die immer wieder zu Erhaltung dieses historischen Gotteshauses notwendig sind. Während der Pfälzischen Erbfolgekriege am Ende des 17. Jahrhunderts wurde auch die Liebfrauenkirche nicht verschont, und erlitt durch das gelegte Feuer schwere Schäden. Die Wiederherstellung war zunächst nur provisorisch möglich, und so war über die Jahrhunderte immer wieder die Stabilität des gesamten Bauwerks gefährdet, so dass bisher jede Generation umfangreiche Sanierungsarbeit leisten musste. Die, wie es aussieht, gelungene Sanierung des Westportals mit den Zwillingstürmen wird auch in den nächsten Jahren nicht die letzte Baumaßnahme gewesen sein.
Die Liebfrauenkirche, die am Rande der Stadtmitte in Nähe des Rheins liegt, ist von 17 ha Rebflächen umgeben. Diese Lage fast mitten in der Stadt mutet etwas ungewöhnlich an, hat aber auch ihre Vorteile, den die Rebflächen bekommen viel Sonne, sind windgeschützt und bekommen durch die Nähe des Rheins ausreichend Wasser, zudem verleihen die Schlämmböden mit hohem Kieselanteil dem Wein eine besondere Mineralität. Der Liebfrauenmilch genannte Wein erlangte internationalen Ruf. Doch leider war in der Vergangenheit die Verlockung durch die große Nachfrage so groß, dass aus dem Wein mit seinem klangvollen Namen ein süßer Massenwein geringerer Qualität wurde, der auf ca. 10.000 ha Fläche in Rheinhessen, der Pfalz und an der Nahe angebaut wird.
Ende der 1990er Jahre erwarben einige Winzer die Rebfläche um die Liebfrauenkirche und bauen dort seitdem wieder einen Riesling von gehobener Qualität an. Die Lage “Wormser Liebfrauenstift Kirchenstück” gehört heute wieder zu den Spitzenlagen für Deutschen Prädikatswein.
Links:
– Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen in Worms: http://www.liebfrauen-worms.de
– Liebfrauen-Stiftung: http://www.liebfrauen-worms.de/stiftung/home
– Weingut Gutzler über das Kirchenstück: http://www.gutzler.de
Änderung: 1 Foto ersetzt am 27.06.2011, 1 Foto ergänzt am 12.07.2011.
Der frühe Wintereinbruch in Rheinhessen, hat neben dem Verkehrschaos auf den Straßen auch seine schönen Seiten, besonders wenn mal ein kalter aber freundlicher Tag ist, der zum fotografieren einlädt.
Auf dem Bild ist der Ort Nackenheim zu sehen, die Heimat des Schriftstellers Carl Zuckmayer (1896-1977). Auf dem Hügel steht die katholische Pfarrkirche St. Gereon. Die Kirche wurde als Saalbau mit Rechteckchor 1716 von Johannes Vordörffer erbaut und 1902 nach Westen durch einen Querbau mit Volutengiebeln erweitert. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1913. Der Hochaltar wurde 1697 als Martinsaltar in den Ostchor des Mainzer Doms gestiftet.
Foto: Georg Dahlhoff 02.12.2010 – Bild anklicken zu Vergrößern!
Nikon D700, 55mm, ISO 200, f:8, 1/400s

Der Mainzer Dom und der Weihnachtsmarkt am Abend
Bald ist es wieder soweit! Das Kirchenjahr nähert sich seinem Ende und in einer Woche beginnt die Adventszeit. Überall in den Städten werden wieder die Weihnachtsmärkte aufgebaut, die uns auf das Fest einstimmen wollen.
Dieses Bild aus dem Jahr 2005 zeigt den Mainzer Dom am Abend zu dessen Füßen sich der Weihnachtsmarkt als glänzendes Lichtermeer präsentiert. Die Aufnahme entstand auf dem Balkon des Staatstheaters am Gutenbergplatz. Zu dem Zeitpunkt waren gerade die neuen Scheinwerfer installiert worden, die den Dom so kraftvoll beleuchten.
Weitere Bilder vom vorweihnachtlichen Mainz in einer aktuellen Galerie vom 28.11.2010
sowie einer älteren Galerie vom 30.11.2007.
Bildnummer: 200511266384
Die Beller Kirche bei Eckelsheim in Rheinhessen, wurde in zwei Bauphasen im spätgotischen Baustil errichtet: Im Jahr 1490 war der Chorraum soweit, dass der Altar geweiht werden konnte, und im Jahre 1519 wurde das Langhaus abgeschlossen. Nach Fertigstellung waren Chor und Langhaus mit Gewölbe und Dach versehen. Südlich an den Chor schloss sich eine zweistöckige Saktristei an, von der heute nur noch niedrige Mauerreste stehen. Die Beller Kirche diente anfangs wahrscheinlich als Marien-Wallfahrtsort und der Beller Markt an den Tagen um Mariä Himmelfahrt ist darauf zurückzuführen. Zerstört wurde die Beller Kirche vermutlich im 30-jährigen-Krieg, aber dazu ist nichts Näheres bekannt. Die Ruine wird heute noch gelegentlich für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Bildnummern:
oben – 201010260136, 201010260134
unten – 201010260129, 201010260135, 201010260121
Beller Kirche in der Datenbank mittelrhein-foto.de





















